Marktbericht
Trends in der Installationsbranche
Entdecken Sie die neuesten Trends und Erkenntnisse im Bereich der Überwachung elektrischer Anlagen in Europa mit dem bei USP Research erhältlichen Marktbericht. Bleiben Sie auf dem Laufenden und treffen Sie fundierte Entscheidungen.
Blogs I published 05 September 2024 I Dirk Hoogenboom
Trends, die man im Installationssektor im Auge behalten sollte
Trends, die man im Installationssektor im Auge behalten sollte
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was Ihre Morgenroutine so reibungslos macht? Zum Beispiel, wenn Sie an einem kalten Tag unter die warme Dusche treten oder wenn ein Knopfdruck Ihr Zimmer mit sanftem, behaglichem Licht erfüllt? Das alles verdanken Sie den Installationsprofis, die hinter den Kulissen arbeiten. Sie sind es, die dafür sorgen, dass Ihr Wasser heiß ist, Ihr WLAN schnell ist und Ihre Klimaanlage Sie durch die Sommer-Spitzenzeiten bringt.
Der Komfort unseres Alltags zu Hause wird von der Installationsbranche ermöglicht, doch mit dem technologischen Fortschritt und den sich wandelnden Bedürfnissen verändern sich auch die Marktdynamiken. Ständig entstehen neue Trends, die unsere Vorstellungen von Wohnkomfort und die Dienstleistungen, die wir in Zukunft erwarten, neu prägen. Was können wir also erwarten? Werfen wir einen Blick darauf, in welche Richtung sich die Branche entwickelt.
Nachhaltigkeit
Die Bau- und Installationsbranche steht in dieser Hinsicht stark in der Kritik, und das aus gutem Grund – sie ist ein großer Umweltverschmutzer. Der Gebäudebetrieb – das Haupttätigkeitsfeld der Installationsbranche – ist für rund 30 Prozent der weltweitenCO₂-Emissionen verantwortlich und trägt damit maßgeblich zur globalen Erwärmung bei. Die gute Nachricht? Einer der zentralen Trends, den wir beobachten, ist eine Hinwendung zu nachhaltigen Praktiken in der Branche, wobei umweltfreundliche Projekte in ganz Europa zunehmen (41 % in Polen, 44 % in Belgien, 48 % im Vereinigten Königreich und in Spanien sowie 50 % in den Niederlanden).
Abb. 1: Der Anteil umweltfreundlicher Projekte nimmt in ganz Europa zu.
Prognose zur Nachhaltigkeit – Was und Warum
Der russisch-ukrainische Krieg führte zu einer Energiekrise, die einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen zur Folge hatte. Mit dem Anstieg der Gaspreise beschleunigte sich die Einführung nachhaltiger Alternativen, was uns einen deutlichen Aufschwung bescherte. Derzeit stabilisiert sich der Markt entweder oder verzeichnet negative Entwicklungen.
Angesichts der Stabilisierung sowohl der Gas- als auch der Strompreise und des Auslaufens staatlicher Fördermaßnahmen lässt sich mit Sicherheit sagen, dass das Gefühl der Dringlichkeit stark nachgelassen hat. Nehmen Sie beispielsweise Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen: Diese haben lange Zeit den Marktanteil angeführt (59 % bzw. 21 %), doch die Wachstumsraten schwächen sich nun ab.
Einer der Gründe, warum nachhaltige Projekte an Fahrt verlieren, liegt darin, dass der Neubau nach wie vor mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Nachträgliche Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind oft mit erheblichen baulichen Veränderungen verbunden, sodass diese Umbauten – von den Arbeits- bis hin zu den Materialkosten – kostspielig und mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden sind. Das bedeutet, dass es kostengünstiger und effizienter ist, Nachhaltigkeitsmerkmale von Anfang an in Neubauten zu integrieren. Doch wenn weniger Projekte in Angriff genommen werden, gibt es auch weniger Nachhaltigkeit.
Trotz der rasanten Entwicklung grüner Technologien gibt es nach wie vor Herausforderungen zu bewältigen. Das Stromnetz ist häufig überlastet – was zu einem erhöhten Energieverbrauch in Spitzenzeiten führt –, und die Nutzung von Batteriespeichern für erneuerbare Energien kann kostspielig sein. Diese Faktoren tragen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und Verfeinerung grüner Technologien bei, wodurch dieser Trend einem ständigen Wandel unterliegt.
Auch wenn sich der anfängliche Anstieg möglicherweise abflachen wird, rechnen wir gegen Ende des Jahres 2025 bzw. 2026 mit einem weiteren Wachstum im Bereich Nachhaltigkeit (Produkt- und Verpackungsmerkmale werden weiterhin an Bedeutung gewinnen).
Arbeitskräftemangel
Ein immer wiederkehrendes Thema und ein bedeutender Trend, den wir wohl nicht so bald lösen werden, ist der erhebliche Arbeitskräftemangel, der den Markt belastet. Mit Blick auf die demografische Entwicklung steht Europa vor ungünstigen Aussichten: Eine stark alternde Bevölkerung bedeutet, dass auch das Durchschnittsalter der Beschäftigten in der Branche hoch ist, wobei in den nächsten 5 bis 10 Jahren mit einem erheblichen Abgang zu rechnen ist.
Nehmen wir beispielsweise die Installateure für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik: In Frankreich beträgt der Mangel 46 %, in Polen 56 %, in Belgien 67 % und in den Niederlanden 65 %, sodass der Markt erheblich beeinträchtigt ist. Elektroinstallateure sehen sich mehr oder weniger denselben Zahlen gegenüber (44 % in Frankreich, 62 % in Polen, 55 % in Belgien und 61 % in den Niederlanden). Abgesehen vom Personalmangel sehen wir uns mit einer Arbeitsproduktivität konfrontiert, die nicht gestiegen ist – insbesondere im Vergleich zu globalen Statistiken. Die Installation fortschrittlicher Systeme dauert länger: Während ein Gasheizkessel früher vielleicht an nur einem Tag installiert werden konnte, kann die Installation einer Wärmepumpe heute bis zu drei Tage in Anspruch nehmen. Dies bedeutet, dass die Produktivität darunter leidet.
Abb. 2: Fachkräftemangel bei HLK-Installateuren nach Ländern. Für Elektroinstallateure gelten mehr oder weniger dieselben Zahlen.
Andererseits wird die Arbeit selbst immer komplexer, und das erfordert entsprechende Kompetenzen. Heutige Installationen erfordern ein völlig neues Maß an Fachwissen, das vom Verständnis komplexer Systeme bis hin zum Umgang mit digitalen Schnittstellen reicht. Da zudem immer weniger Menschen in der Branche tätig sind, greifen Installateure meist darauf zurück, unqualifiziertes Personal einzustellen und dieses anschließend zu schulen (38 %), während eine Minderheit höhere Preise verlangt (11 %), was zu einer unqualifizierten Belegschaft führt.
All dies führt dazu, dass sich Projekte verzögern, die Kosten steigen und es immer schwieriger wird, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen.
Hersteller, die von dieser Situation profitieren möchten, erfahren hier mehr darüber, wie sie dem Arbeitskräftemangel in der Installationsbranche entgegenwirken können.
Digitalisierung
Die Digitalisierung hinterlässt ihre Spuren in der Installationsbranche, doch dieser Wandel vollzieht sich schrittweise, wobei sich manche Aspekte schneller entwickeln als andere. Im Mittelpunkt steht dabei das Building Information Modeling (BIM) – eine Technologie, die vielversprechende Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität, zur Reduzierung von Fehlern auf der Baustelle und zur effizienteren Vorfertigung bietet. Die Einführung verläuft bei den Installateuren jedoch relativ langsam, was auf den Schwerpunkt auf Sanierungen und die traditionelle Prägung der Branche zurückzuführen ist.
Der Einsatz von BIM nimmt bei Installateuren nur langsam zu. Ihre Akzeptanzrate liegt deutlich unter der von Bauunternehmern und Architekten. Dies ist zum einen auf ihre verstärkte Tätigkeit im Bereich der Sanierung zurückzuführen und zum anderen auf die stark traditionelle Arbeitsweise sowie den geringeren Bedarf, mit BIM zu arbeiten.
Andere digitale Tools setzen sich immer schneller durch. Kommunikationsmittel wie WhatsApp und soziale Medien sind für Installateure mittlerweile unverzichtbar geworden, insbesondere bei der Abstimmung mit Großhändlern. Sie optimieren die Kommunikation und erleichtern so die Verwaltung von Aufträgen, die Nachverfolgung von Lieferungen sowie die Einhaltung des Zeitplans bei Projekten.
Intelligente und vernetzte Produkte sind ein weiterer Bereich, in dem die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Durch die Fernüberwachung und -steuerung dieser Produkte können Installateure und Dienstleister vorbeugende Maßnahmen ergreifen und potenzielle Probleme beheben, bevor sie zu ernsthaften Störungen eskalieren. Dies spart nicht nur Zeit, sondern steigert auch die Gesamteffizienz und Zuverlässigkeit der Anlagen.
Mit Blick auf die Zukunft wird viel über die potenziellen Auswirkungen von Spitzentechnologien wie KI, Robotik und virtueller Realität diskutiert. Diese Werkzeuge könnten den Installationsprozess revolutionieren und neue Möglichkeiten für die Konzeption, Planung und Durchführung von Projekten bieten; da die Anwendungsbereiche jedoch noch begrenzt sind und die Akzeptanz in der Branche gering ist, befindet sich der Wandel noch in einem frühen Stadium. Vorerst bleiben sie als langfristige Trends am Horizont, die es im Auge zu behalten gilt.
Fertighaus
Wir haben die Daten zu den Trends im Fertigbau bereits ausführlich beleuchtet, doch mit Blick auf die Installationsbranche gibt es noch weitere Aspekte zu beleuchten. Aufgrund des Arbeitskräftemangels und komplexerer Installationsprojekte (im elektrischen und mechanischen Bereich) ist die Produktivität gesunken. Nun verschlechtert sich die Lage noch weiter, und der Fertigbau scheint einen Ausweg zu bieten. Zugegeben, es ist kein Allheilmittel, aber ein vielversprechender Trend, der dazu beiträgt, dass Installationsarbeiten schneller, kostengünstiger und qualitativ besser werden.
Die Steigerung der Produktivität hängt von einer größeren Anzahl vorgefertigter Komponenten ab, von der Vorfertigung auf Maß zugeschnittener Sanitärrohre bis hin zum Einbau kompletter Badezimmer oder Küchen. Die „einfachen Dinge“ wurden bereits abgedeckt – man denke an Hotelbadezimmer –, doch es sind noch große Fortschritte erforderlich, um die Produktivität und die Zeitersparnis deutlich zu steigern. Da der Arbeitskräftemangel den Markt unweigerlich in Richtung verstärkter Vorfertigung und höherer Industrialisierungsgrade treibt, dürften daher der Grad der Einführung und die Geschwindigkeit zunehmen.
Kaufverhalten
Ganze 96 % der Elektroinstallateure geben 75 % ihres Budgets im Fachgroßhandel aus. An zweiter Stelle stehen Direktkäufe bei Herstellern mit 26 %, während der Anteil des reinen Online-Handels bei soliden 5 % liegt. Die HLK-Installateure folgen diesem Trend, weisen jedoch noch höhere Werte auf: 97 % von ihnen geben 77 % ihres Budgets im Fachgroßhandel aus, 10 % entfallen auf Direktkäufe und 3 % auf den reinen Online-Handel.
Das Fazit? Installateure sind eine eher traditionsbewusste Gruppe. Doch in letzter Zeit ist eine gewisse Veränderung zu beobachten. Zwar nimmt der Großhandel nach wie vor einen beträchtlichen Teil des Marktes ein – europaweit etwa 60 bis 70 % –, doch lässt sein Einfluss etwas nach, insbesondere im Bereich der Haustechnik. Und das liegt daran, dass immer mehr Hersteller direkt an die Kunden verkaufen (dies gilt insbesondere für Systeme wie Wärmepumpen und Klimaanlagen).
Die Zahlen sprechen von Land zu Land für sich – Das Vereinigte Königreich weist den höchsten Anteil an reinem Online-Handel auf (7 %), Deutschland bevorzugt Baumärkte (13 %) und verzeichnet den geringsten Anteil am Fachgroßhandel (64 %) – bei einem entsprechend hohen Anteil an Direktbelieferung, während Polen mit einem Anteil von 80 % am Fachgroßhandel am traditionellsten ist.
Auch in diesem Bereich nehmen die Online-Umsätze langsam zu. Die Menschen beginnen, diese Möglichkeiten auszuprobieren, auch wenn dies derzeit nur einen kleinen Teil ihrer Gesamtausgaben ausmacht. Zwar sind die Umsätze noch nicht so aussagekräftig, doch bei den Online-Bestellungen bei traditionellen Fachgroßhändlern beobachten wir ein rasantes, deutliches Wachstum. Europa bestellt also zunehmend online, wenn auch noch nicht bei reinen Online-Shops.
Auch wenn spezialisierte Großhändler nach wie vor die bevorzugte Wahl sind, verändert sich das Kaufverhalten auf dem Installationsmarkt allmählich, und dies sollte man im Auge behalten.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Vom Streben nach Nachhaltigkeit über den anhaltenden Arbeitskräftemangel bis hin zum stetigen Vormarsch der Digitalisierung – die Installationsbranche befindet sich eindeutig im Wandel. Diese Veränderungen mögen technisch klingen, doch sie wirken sich unmittelbar auf unseren Alltag aus – angefangen bei der Geschwindigkeit, mit der Ihre neue Wärmepumpe installiert werden kann, bis hin dazu, wie erschwinglich und effizient Modernisierungsmaßnahmen an Ihrem Zuhause werden könnten.
Sind Sie neugierig, wie sich diese Trends weiterentwickeln werden? In unseren Blogs halten wir Sie auf dem Laufenden – von ausführlichen Artikeln über Expertenmeinungen bis hin zu den neuesten Branchennachrichten. Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen möchten, schauen Sie sich unsere Webinare an, in denen wir diese Trends und vieles mehr gemeinsam mit Branchenexperten diskutieren. Bleiben Sie informiert, bleiben Sie der Zeit voraus – denn die Zukunft der Installation hat gerade erst begonnen!