Marktbericht
DIY vs. DIFM
Entdecken Sie bei USP Research umfassende Marktberichte zu europäischen Trends und Einblicken im Bereich Heimwerkerbedarf. Bleiben Sie auf dem Laufenden und treffen Sie fundierte Entscheidungen in der Heimwerkerbranche.
Blogs I published 09 November 2023 I Reinier Zuydgeest
Warum sich der Trend zu mehr DIFM umgekehrt hat und DIY wieder an Beliebtheit gewinnt
Es gibt zwei Möglichkeiten, Renovierungsarbeiten in Ihrem Haus durchzuführen. Sie können diese entweder selbst erledigen oder jemanden damit beauftragen. Seit Jahren ist auf dem europäischen Markt für Heimwerkerarbeiten ein stetiger Anstieg des Anteils an „Do-it-for-me“-Aufträgen (DIFM) und ein Rückgang der „Do-it-yourself“-Aufträge (DIY) zu verzeichnen. Dieser Trend hat sich jedoch kürzlich umgekehrt.
Viele der jüngsten Veränderungen auf dem Markt für Heimwerkerbedarf lassen sich auf die einschneidenden Auswirkungen der Pandemie zurückführen, die wir alle erlebt haben. Nicht zuletzt ist hier der dramatische Anstieg der in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführten Heimwerkerprojekte zu nennen. Es wäre jedoch zu einfach, den Wandel von zunehmendem „DIFM“ hin zu mehr „DIY“ allein auf Corona zurückzuführen, wie die Ergebnisse des „European Home Improvement Monitor“ von USP Consultancy zeigen.
Der Trend kehrte sich bereits vor COVID um
Seit fast einem Jahrzehnt beobachten wir das Verhältnis zwischen „Do-it-yourself“-Arbeiten (DIY) und „Do-it-for-me“-Arbeiten (DIFM) auf dem europäischen Heimwerker-Markt. Früher war ein langsamer, aber stetiger Trend hin zu mehr DIFM-Arbeiten zu beobachten, was folglich zu einem allmählichen Rückgang des Anteils an DIY-Arbeiten führte. Die Gründe für diesen Trend waren vielfältig, doch demografische Faktoren spielten dabei eine wesentliche Rolle.
Mit fortschreitender Alterung der Bevölkerung sind ältere Generationen immer weniger in der Lage, die Heimwerkerarbeiten zu erledigen, die sie früher selbst durchgeführt haben. Gleichzeitig zeigte die jüngere Verbrauchergeneration im Durchschnitt weniger Interesse am Selbermachen, was zu einem Netto-Rückgang bei den Heimwerkerarbeiten und einem Anstieg bei den „DIFM“-Dienstleistungen führte. Gleichzeitig war die Marktsituation insofern noch günstig, als der Arbeitskräftemangel noch nicht so akut war, wodurch „DIFM“-Dienstleistungen zu einer erschwinglicheren Option wurden.
Wie unsere Ergebnisse jedoch zeigen, erreichte der Anteil der DIFM-Aufträge im Jahr 2018 seinen Höchststand, woraufhin er zu sinken begann. Seitdem ist der Anteil der DIY-Aufträge stetig gestiegen und nimmt weiterhin zu. Es ist wichtig zu beachten, dass es in den Jahren 2018 und 2019 noch keine Pandemie gab. Daher kann die Coronavirus-Krise nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass sich der Trend bei DIFM und DIY auf dem europäischen Heimwerker-Markt umgekehrt hat.
Die COVID-Lockdowns könnten jedoch als Katalysator gewirkt haben,
Auch wenn die Pandemie vielleicht nicht die Ursache war, wissen wir doch, dass sie erhebliche Auswirkungen auf den Markt für Heimwerkerbedarf hatte. Aufgrund der Corona-Beschränkungen waren mehr Verbraucher an ihr Zuhause gebunden und konnten kein Geld für Ausflüge oder Urlaube ausgeben. Das bedeutet, dass sie mehr Anreize, Zeit und finanzielle Mittel hatten, um Renovierungsarbeiten durchzuführen.
Dies führte zu einem Anstieg der auf dem europäischen Markt durchgeführten Heimwerkerarbeiten. Zudem begannen viele Menschen, die sonst keine Heimwerkerarbeiten selbst durchgeführt hätten, während der Pandemie, einige Arbeiten selbst in Angriff zu nehmen. Auf diese Weise sammelten sie Erfahrungen, gewannen an Selbstvertrauen und konnten möglicherweise Freude und Stolz daraus ziehen, die Arbeiten selbst zu erledigen.
Wir wissen, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Umfang der Heimwerkererfahrung und der Wahrscheinlichkeit besteht, dass eine Person Renovierungsarbeiten selbst durchführt, anstatt sie an Dritte zu vergeben. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Menschen, die während der Pandemie mit dem Heimwerken begonnen haben, dies auch weiterhin tun. Auch wenn die Pandemie den Trend zu mehr Heimwerken vielleicht nicht ausgelöst hat, so hat sie doch als Katalysator für diesen Trend gewirkt.
Der Arbeitskräftemangel ist der entscheidende Faktor
Wenn also COVID nicht der Grund für den Trendbruch war, was war es dann? Der Hauptgrund liegt darin, dass sich der Arbeitskräftemangel im Bau- und Renovierungssektor bereits in den Jahren vor der Pandemie zunehmend verschärfte, was zu höheren Arbeitskosten führte. Dies veranlasste viele Verbraucher dazu, Renovierungsarbeiten selbst durchzuführen, um so Arbeitskosten zu sparen und stattdessen in Materialien zu investieren. Dazu gehörte auch die ältere Generation, die länger als erwartet selbst Hand anlegte.
Anhand unserer aktuellsten Datenlage, die sich auf Ende 2022 bezieht, lässt sich feststellen, dass sich der Trend zum „Do-it-yourself“ fortsetzt. Gleichzeitig ist der Arbeitskräftemangel ein noch größeres Problem als vor der Pandemie, und Inflation sowie hohe Materialkosten führen dazu, dass die Verbraucher noch preisbewusster sind als zuvor. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass die Verbraucher weiterhin Arbeitskosten einsparen werden. Das bedeutet, dass sich der Trend zu mehr Heimwerken zumindest in den kommenden Jahren fortsetzen wird, bis der demografische Faktor nachwirkt.
Einen umfassenden Überblick über die Trends und Entwicklungen auf dem Markt für Heimwerkerbedarf in elf europäischen Ländern finden Sie im „European Home Improvement Monitor“ von USP Consultancy.