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Marktbericht

Einblicke in den europäischen Lackmarkt

Der „Painter Insight Monitor“ bietet eine umfassende Analyse des europäischen Farben- und Lackmarktes, einschließlich des Kaufverhaltens, der Markenpräferenzen und aufkommender Trends.

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Blogs I published 14 January 2025 I Dirk Hoogenboom

Wichtige Trends, die den Markt für Farben und Lacke prägen

Farben und Lacke · Markttrends

Der europäische Markt für Farben und Lacke: 4 Trends, die die Branche verändern

Farbe ist der letzte Schliff bei der Neugestaltung von Räumen. Auch wenn man sich leicht auf das Endergebnis konzentriert (wie frische Wände, glänzende Oberflächen und perfekt gestrichene Flächen), wissen Fachleute der Branche, dass hinter jedem Pinselstrich und jedem Rollzug eine Welt voller sich wandelnder Trends und neuer Herausforderungen steckt.

Dabei handelt es sich nicht um weit entfernte, zukünftige Meilensteine – es ist das, was gerade jetzt geschieht und was unsere Arbeitsweise, die von uns gewählten Produkte, die Methoden, auf die wir setzen, sowie unsere Zukunftsaussichten maßgeblich beeinflusst. Aus diesem Grund werden wir uns die wichtigsten Trends, die den Lackmarkt prägen, genauer ansehen. Hier ist die Übersicht.

Ein Maler, der mit einer Rolle Farbe auf eine Wand aufträgt

1. Arbeitskräftemangel – ein zunehmendes Problem

Wenn Sie in der Malerbranche tätig sind, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass Projekte länger dauern, weil es nicht genügend qualifizierte Maler gibt, oder dass Projekte überdehnt werden, weil die Teams kleiner sind als früher. Hier geht es um eine Herausforderung, die alle betrifft – vom selbstständigen Maler bis hin zu großen Bauunternehmen: Es sind alle Kräfte gefragt.

Werden Maler immer jünger?

Um es kurz zu sagen: Nein, die Fachkräfte in Europa werden nicht jünger. Der Anteil der Generation Y steigt zwar, doch das bedeutet nicht, dass mehr von ihnen in den Beruf einsteigen. Was wir tatsächlich beobachten, ist ein Generationswechsel. Die Babyboomer – die nach wie vor etwa 18 % der Erwerbsbevölkerung ausmachen – gehen in den Ruhestand, und dieser Abgang verändert das allgemeine Profil der europäischen Maler: Jüngere machen einen größeren Anteil aus, einfach weil sie diejenigen sind, die im Berufsleben verbleiben. Es gibt jedoch immer noch nicht genug von ihnen, um diese Verschiebung auszugleichen. Der Anstieg bei der Generation Y ist in Belgien und Spanien am stärksten (um 20 Prozentpunkte), doch die Mehrheit der Beschäftigten (46 %) besteht aus der Generation X, d. h. aus Arbeitnehmern im Alter von 43 bis 58 Jahren.

Europäische Aktien

Nehmen wir beispielsweise das Vereinigte Königreich. Das Durchschnittsalter der Maler lag im Jahr 2023 bei 55 Jahren, was deutlich auf eine alternde Belegschaft hindeutet. Wenn also immer mehr dieser Arbeitnehmer in den Ruhestand gehen, wird das Durchschnittsalter der Branche sinken. Dies wird jedoch nicht durch einen Zustrom jüngerer Arbeitskräfte ausgeglichen werden. Tatsächlich sieht sich Europa im Malerhandwerk mit einem akuten Arbeitskräftemangel konfrontiert, wobei die Quote in den Niederlanden, Dänemark und Spanien bei 89,3 %, 86,7 % bzw. 84,6 % liegt. In Frankreich sind die Zahlen zwar bis zu einem gewissen Grad besser (43,5 %), doch ein Mangel von fast 50 % kann kaum als gute Nachricht gewertet werden. Die Kombination aus dem Ausscheiden alternder Fachkräfte und dem Rückgang jüngerer Nachwuchskräfte lässt vermuten, dass sich der Arbeitskräftemangel in der europäischen Malerbranche in den kommenden Jahren weiter verschärfen könnte. Die eigentliche Herausforderung wird daher darin bestehen, die in den Ruhestand tretenden Fachkräfte zu ersetzen.

Niederlande89,3 %
Dänemark86,7 %
Spanien84,6 %
Frankreich43,5 %

Abb. 1: Arbeitskräftemangel im Malerhandwerk nach Ländern.

Für Bauunternehmer und Unternehmen bedeutet dieser Fachkräftemangel, dass sie neue Wege finden müssen, um die Arbeiten zu erledigen. Da Projekte immer komplexer werden und die Fristen immer knapper werden, ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften dringender denn je. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, steht dem Lackmarkt eine Zukunft bevor, in der Verzögerungen und steigende Kosten zur Norm werden könnten.

2. Mechanische Anwendung in der Lackierung

Der Trend hin zu effizienteren, mechanisierten Verfahren – wie beispielsweise dem Spritzlackieren – gewinnt ganz langsam an Fahrt. Da Lackierer nach Möglichkeiten suchen, Aufträge schneller und mit weniger manuellem Aufwand zu erledigen, werden Handspritzgeräte und Airless-Spritzgeräte immer attraktiver. Dennoch haben sie sich noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Hier sind die wichtigsten Punkte.

Handlackiergeräte

Europaweit haben 14 % der Maler im letzten Jahr ein Handspritzgerät erworben, wobei die Akzeptanz in Spanien mit 24 % der Maler, die eine solche Anschaffung getätigt haben, besonders hoch ist. Demgegenüber weisen Länder wie Polen und Frankreich eine deutlich geringere Akzeptanz auf (8 % bzw. 9 %). Interessanterweise haben 45 % der Maler noch nie ein Handspritzgerät gekauft, was darauf hindeutet, dass das Interesse zwar steigt, diese Geräte jedoch noch nicht ganz zur Norm geworden sind.

Airless-Farbspritzgeräte

Ebenso gewinnen Airless-Farbspritzgeräte zunehmend an Bedeutung: 15 % der Maler geben an, im letzten Jahr ein solches Gerät erworben zu haben. Auch hier liegt Spanien mit 28 % der Maler, die sich für diese Geräte entscheiden, an der Spitze, während die Akzeptanzrate in Frankreich (8 %) und Polen (9 %) erneut deutlich zurückgeht. Der Gesamtdurchschnitt zeigt, dass 36 % der Maler noch nie ein Airless-Spritzgerät verwendet haben, was erneut das langsame Tempo der Einführung und die Zurückhaltung bei der Umstellung verdeutlicht.

Handgerät Airless
Europa, im vergangenen Jahr erworben 14 % 15 %
Spanien 24 % 28 %
Frankreich 9 % 8 %
Polen 8 % 9 %
Noch nie gekauft 45 % 36 %

Abb. 2: Kauf von Farbspritzgeräten durch europäische Maler, nach Ländern.

Das Fazit? Mechanische Spritzlackiergeräte werden zunehmend unverzichtbar, um größere Arbeitsvolumina zu bewältigen und enge Fristen einzuhalten, und Lackierer, die sie bereits einsetzen, berichten von erheblichen Produktivitätssteigerungen. Angesichts des erheblichen Wachstumspotenzials – insbesondere in Märkten mit einer langsameren Einführung und einer ansonsten konservativen Branche – bieten sich klare Chancen im Bereich der Weiterbildung und der Zugänglichkeit.

3. Nachhaltigkeit und Malerei – Was ist am wichtigsten?

„Nachhaltigkeit“ ist ein branchenweit gebräuchlicher Begriff, doch – um ehrlich zu sein – bedeutet er für verschiedene Branchen unterschiedliche Dinge. Was sagen also die Fachleute, wenn es um das Streichen geht? Wie sich herausstellt, nicht das, was man erwarten würde.

Europäische Trends im Bereich Nachhaltigkeit

Der Schwerpunkt liegt für europäische Maler weiterhin auf der Langlebigkeit. Für 42 % von ihnen ist eine lange Lebensdauer das wichtigste Merkmal nachhaltiger Produkte; dies gilt insbesondere für Belgien (64 %), die Niederlande (63 %) und Schweden (60 %). Umweltfreundlichkeit, Produkte auf Wasserbasis, lösungsmittelfreie Produkte oder biologisch abbaubare Produkte machen einen deutlich geringeren Anteil aus (13 %, 6 %, 6 % bzw. 5 %), wobei einige Länder ein umfassenderes Verständnis davon haben, was ein Produkt nachhaltig macht.

Haltbarkeit / lange Lebensdauer42 %
Umweltfreundlichkeit13 %
Produkte auf Wasserbasis6 %
Lösungsmittelfreie Produkte6 %
Biologisch abbaubare Produkte5 %

Abb. 3: Wesentliche Merkmale nachhaltiger Produkte aus Sicht europäischer Maler.

Italien liegt an der Spitze: Hier machen biologisch abbaubare Produkte 24 %, umweltfreundliche Produkte 21 % und lösungsmittelfreie Produkte 16 % aus, während Schweden und Dänemark den Schwerpunkt auf Umweltfreundlichkeit legen (14 % bzw. 16 %). Maler beginnen, den Wert der Nachhaltigkeit zu erkennen; es dauert nur etwas länger, bis sich dieser Gedanke durchsetzt.

Nachhaltig oder langfristig?

Was die wichtigsten Kaufkriterien für nachhaltige Produkte betrifft – Langlebigkeit (38 %), Qualität und Benutzerfreundlichkeit (19 %) oder Preis (16 %) –, stellen wir fest, dass diese eher mit der funktionalen Leistung als mit den tatsächlichen Umweltauswirkungen zusammenhängen. Spezifischere und detailliertere Merkmale (wie Produkte auf Wasserbasis, ein geringer CO₂-Fußabdruck, recycelbare Materialien oder eine transparente Lieferkette) wurden nur von einem kleinen Teil der Maler genannt, was die traditionellen Präferenzen in der Branche deutlich unterstreicht.

Wir beobachten ein Interesse an VOC-armen und wasserbasierten Alternativen – die sowohl sicherer als auch nachhaltiger sind –, doch die Zahlen wirken entmutigend. VOC-arme und VOC-freie Produkte machen lediglich bescheidene 3 % des spezifischen Interesses der Maler aus, während lösungsmittelfreie Farben mit 4 % etwas besser abschneiden; doch diese Zahlen können kaum mit der überwältigenden Präferenz für Produktivität und Zuverlässigkeit mithalten, was bedeutet: Maler suchen nach zuverlässigen, hochwertigen Produkten, die ihre Aufgabe erfüllen, bevor sie darüber nachdenken, wie umweltfreundlich diese sind.

Mehr Holz, mehr Beschichtungen

Die wachsende Beliebtheit des Holzbaus – ein Trend, über den wir bereits ausführlich berichtet haben – treibt die Nachfrage nach Spezialbeschichtungen an, insbesondere nach Holzlacken, die die für Holzoberflächen erforderliche Haltbarkeit gewährleisten und gleichzeitig zunehmend den Nachhaltigkeitszielen entsprechen.

Diese Entwicklung ist von großer Bedeutung, da Holz im Vergleich zu anderen Materialien wie Kunststoffen mehr Pflege und Beschichtungen erfordert. Tatsächlich geben 82 % der Lackierer an, dass nachhaltige Produkte am häufigsten für Lacke oder die Holzpflege verwendet werden, was ihre Bedeutung auf dem heutigen Markt unterstreicht. Diese Fortschritte stellen einen gelungenen Mittelweg dar zwischen der Einhaltung von Umweltstandards und der Erbringung bester Leistung dort, wo es am wichtigsten ist.

4. Kaufverhalten – Maler bleiben bei dem, was sie kennen

Wenn es um den Kauf von Farben und Lacken geht, sind Maler nicht besonders experimentierfreudig. Fachgroßhändler sind nach wie vor ihre erste Anlaufstelle, und die Kaufgewohnheiten der Branche sind insgesamt eher traditionell geprägt. In allen Produktkategorien wie Farben, Verbrauchsmaterialien und Elektrowerkzeuge ist der Entscheidungsprozess nach wie vor fest in der Praxis verankert.

Langlebigkeit steht an erster Stelle

Für die Mehrheit der Maler ist die Langlebigkeit der wichtigste Faktor beim Kauf nachhaltiger Produkte. Sie ist durchweg das wichtigste Kriterium: 38 % aller Befragten stufen sie als wichtigsten Faktor ein, und ein noch größerer Anteil (49 %) legt bei Elektrowerkzeugen besonderen Wert darauf. Zuverlässige Produkte, die sich langfristig bewähren, erleichtern die Arbeit einfach – insbesondere bei engen Zeitplänen und begrenzten Budgets.

Qualität statt Effekthascherei

An zweiter Stelle insgesamt (19 %) steht die Qualität als nächstes wichtiges Anliegen. Ob es sich nun um eine Farbe handelt, die sich leicht auftragen lässt, oder um ein Werkzeug, das auf Langlebigkeit ausgelegt ist – Maler legen mehr Wert auf zuverlässige Leistung als auf Marketingversprechen. Speziell bei Farben gewinnt dieses Kriterium noch mehr an Bedeutung: 23 % der Befragten nannten es als Priorität.

Der Preis spielt nach wie vor eine Rolle

Die Erschwinglichkeit rundet die Top 3 ab: 16 % aller Befragten nannten sie als wichtigen Faktor. Zwar sind Maler bereit, in hochwertige, langlebige Produkte zu investieren, doch die Kosten bleiben ein entscheidender Faktor.

Hinweise des Herstellers

Maler sehen eine Rolle für die Hersteller darin, den Übergang zu mehr Nachhaltigkeit zu erleichtern. Tatsächlich ist eine Mehrheit der Meinung, dass Hersteller sowohl Malern (64 %) als auch Endverbrauchern (66 %) mehr Informationen über nachhaltige Produkte zur Verfügung stellen, Rücknahmeprogramme für Altprodukte anbieten (63 %) und das aktuelle Sortiment durch nachhaltigere Alternativen ersetzen sollten (62 %). Die Überbrückung der Kluft zwischen Leistung und Umweltbewusstsein wird für Hersteller entscheidend sein, um das Vertrauen und die Loyalität der Branche zu gewinnen.

Wie sieht die Zukunft der Lackindustrie aus?

In der Farben- und Lackindustrie geht es längst nicht mehr nur um den letzten Schliff. Heutzutage geht es vielmehr darum, sich an neue Herausforderungen anzupassen, neue Technologien zu nutzen und nachhaltig zu handeln. Vom Arbeitskräftemangel bis hin zu neuen Werkzeugen – diese Branche verändert sich rasant, und um Schritt zu halten, muss man stets auf dem Laufenden bleiben. Seien Sie also der Zeit einen Schritt voraus: Sehen Sie sich unsere Webinare, Blogbeiträge und ausführlichen Berichte an, die sich eingehend mit diesen Themen befassen.

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