Marktbericht
„Do-it-for-me“-Markt im Bereich Heimwerkerbedarf
Bei USP Research finden Sie die aktuellsten Marktberichte zu Trends und Erkenntnissen im Bereich Heimwerkerbedarf in Europa. Bleiben Sie über die neuesten Branchendaten und -analysen auf dem Laufenden.
Blogs I published 07 March 2024 I Reinier Zuydgeest
„Do-it-for-me“ gewinnt auf dem europäischen Heimwerkermarkt zunehmend an Beliebtheit
In unserem jüngsten Bericht des „European Home Improvement Monitor“ (4. Quartal 2023: DIY vs. DIFM) ist eine bemerkenswerte Verschiebung im Verbraucherverhalten hin zur Präferenz für professionelle Dienstleistungen zu beobachten, die als „Do-it-for-me“-Trend bezeichnet wird und trotz gewisser demografischer und wirtschaftlicher Herausforderungen an Dynamik gewinnt.
Traditionell war der „Do-it-yourself“-Ansatz (DIY) unter Hausbesitzern eine weit verbreitete Wahl, die durch Faktoren wie Kosteneinsparungen und die persönliche Zufriedenheit bei der eigenständigen Umsetzung von Heimprojekten motiviert war. Jüngste Beobachtungen deuten jedoch auf eine Abkehr von diesem Trend hin, die durch eine zunehmende Neigung gekennzeichnet ist, bei Renovierungsvorhaben professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein wesentlicher Faktor, der zu diesem Wandel beiträgt, ist die alternde Bevölkerung. Entgegen den Erwartungen haben ältere Generationen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen, indem sie weiterhin Heimwerkerarbeiten ausführen. Dennoch können körperliche Einschränkungen mit zunehmendem Alter dazu führen, dass bestimmte Aufgaben nicht mehr eigenständig bewältigt werden können, sodass die Hinzuziehung von Fachleuten erforderlich wird. Folglich hat sich die ältere Bevölkerungsgruppe als bedeutender Katalysator für den Aufstieg der „Do-it-for-me“-Einstellung herausgestellt.
Das Jahr 2023 markierte einen entscheidenden Wendepunkt in dieser sich weiterentwickelnden Entwicklung, wobei die Statistiken im Vergleich zu den Vorjahren einen deutlichen Rückgang des Anteils von „Do-it-yourself“-Projekten am gesamten Auftragsvolumen zeigten. Der Anteil der „Do-it-yourself“-Projekte sank von 62,7 % im Jahr 2022 auf 61,4 % im Jahr 2023, während der Anteil der „Do-it-for-me“-Projekte entsprechend von 37,2 % auf 38,6 % stieg. Diese Umkehrung bedeutet, dass der Trend hin zu professionellen Dienstleistungen zum ersten Mal seit 2019 wieder einen spürbaren Aufwärtstrend verzeichnet.
Mehrere Faktoren untermauern dieses Wiederaufleben der „Mach das für mich“-Einstellung. Die alternde Bevölkerung ist ein wesentlicher Treiber, da die Menschen die praktische Notwendigkeit erkennen, Aufgaben auszulagern, die ihre körperlichen Fähigkeiten übersteigen. Darüber hinaus haben die Folgen der COVID-19-Pandemie das Verbraucherverhalten verändert und zu einem Anstieg der Heimwerkeraktivitäten geführt, insbesondere bei kleineren Dekorationsprojekten. Da die Verbraucher diese kleineren Aufgaben nach und nach erschöpft haben, verlagert sich der Fokus nun auf umfangreichere und komplexere Renovierungsarbeiten im eigenen Zuhause – ein Bereich, in dem professionelles Fachwissen oft unverzichtbar ist.
Darüber hinaus ist ein deutlicher Trend zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Wohnimmobilien zu beobachten. Ob durch passive Maßnahmen wie eine verbesserte Wärmedämmung oder aktive Eingriffe wie die Modernisierung von Anlagen – das Streben nach Nachhaltigkeit rückt für Hausbesitzer zunehmend in den Vordergrund. Solche Vorhaben erfordern in der Regel Fachwissen und technisches Know-how, weshalb Hausbesitzer häufig die Dienste von Fachleuten in Anspruch nehmen.
Trotz der stark steigenden Nachfrage nach professionellen Dienstleistungen steht die Bau- und Installationsbranche in Europa vor einer gewaltigen Herausforderung in Form von Arbeitskräftemangel. Dieser Mangel an Fachkräften schränkt das Tempo des Übergangs zum „Do-it-for-me“-Paradigma erheblich ein. Da die Arbeitskosten aufgrund des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage steigen, könnte sich der erwartete Wandel nur schrittweise vollziehen, wobei wirtschaftliche Entwicklungen möglicherweise zu Rückschlägen führen könnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die sich wandelnde Dynamik im Bereich der Wohnraumrenovierung ein differenziertes Zusammenspiel zwischen demografischen Veränderungen, Verbraucherpräferenzen und marktwirtschaftlichen Gegebenheiten verdeutlicht. Zwar signalisiert der Aufstieg des „Do-it-for-me“-Trends eine Abkehr von den vergangenen Jahren, in denen der Anteil von Heimwerkerarbeiten am gesamten Auftragsvolumen zunahm, doch wird diese Entwicklung durch praktische Erwägungen und wirtschaftliche Zwänge gebremst.
Beratungsdienstleistungen rund um den Hausbau für Sie
Wir bieten maßgeschneiderte Marktforschungsstudien sowie Standardberichte an, sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Hier sind einige, die Sie interessieren könnten
Die Kundenbeziehungen zu überwachen und zu verbessern, um die Kundenbindung und Folgeaufträge im Baugewerbe zu fördern.
Ermitteln Sie wichtige Interaktionen und Schwachstellen, um das gesamte Bauerlebnis zu optimieren.
Ermitteln Sie die Aspekte der Dienstleistung oder des Produkts, die die Zufriedenheit bei Bauprojekten am stärksten beeinflussen.