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Nachhaltigkeit und Bauwirtschaft

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Blogs I published 12 November 2023 I Dirk Hoogenboom

Warum die Auftraggeber von Bauunternehmern weniger Interesse an Nachhaltigkeit zeigen als die Auftraggeber von Architekten

Die zunehmende Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit in der Bauindustrie hat zur Entwicklung einer Vielzahl nachhaltiger Optionen und Lösungen für Bauprodukte und -materialien geführt. Diese nachhaltigen Optionen sind oft mit höheren Kosten verbunden, die die Menschen nicht immer bereit sind zu tragen. Bei einer Befragung von Architekten beispielsweise zeigte sich, dass nur etwa 3 von 10 ihrer Kunden bereit waren, in Nachhaltigkeit zu investieren.

Doch wie sieht es mit anderen Akteuren in der Wertschöpfungskette des Hochbaus aus? Um ein fundierteres Bild von der Investitionsbereitschaft in Nachhaltigkeit im Hochbausektor zu erhalten, haben wir zudem Generalunternehmer aus acht europäischen Ländern befragt, inwieweit ihre Auftraggeber nachhaltige Lösungen nachfragen und bereit sind, in diese zu investieren.

Die Auftraggeber von Bauunternehmern zeigen eine ähnliche Investitionsbereitschaft wie die Auftraggeber von Architekten

Den Auftragnehmern zufolge, die wir für den „Contractor Monitor“ des ersten Halbjahres 2023 befragt haben, fordern ihre Kunden in 30 % der Fälle Nachhaltigkeit und sind auch tatsächlich bereit, dafür zu investieren. Dieser Anteil variiert jedoch je nach Land. Den höchsten Anteil an Auftragnehmerkunden, die bereit sind, in Nachhaltigkeit zu investieren, verzeichnen Großbritannien, Deutschland und die Niederlande. In Polen liegt dieser Anteil hingegen bei nur 15 %.

Betrachtet man die Antworten der Bauunternehmer aus allen Ländern zusammen, so entspricht der Anteil von 30 % der Auftraggeber, die bereit sind, für Nachhaltigkeit zu zahlen, fast genau dem Anteil der Auftraggeber von Architekten, die bereit waren, in nachhaltige Lösungen zu investieren. Die Sichtweise der Bauunternehmer bestätigt somit die Ergebnisse, die wir bei den Architekten ermittelt haben – zumindest was die Investitionsbereitschaft betrifft.

Die Kunden von Auftragnehmern fragen jedoch nicht so häufig nach nachhaltigen Optionen.

Obwohl bei den Auftraggebern von Bauunternehmern und Architekten eine ähnliche Bereitschaft besteht, in nachhaltige Lösungen zu investieren, gibt es einen erheblichen Unterschied hinsichtlich der Frage, ob überhaupt nach nachhaltigen Optionen gefragt wird. Wie die Grafik zeigt, fragen die Auftraggeber von Bauunternehmern in 36 % der Fälle überhaupt nicht nach nachhaltigen Optionen. Bei den Kunden von Architekten lag dieser Anteil im Jahr 2023 bei nur 19 %.

Es scheint also, dass die Auftraggeber von Bauunternehmern im Durchschnitt weniger Interesse an nachhaltigeren Optionen haben als die Auftraggeber von Architekten. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass nachhaltige Optionen bei Neubauprojekten häufiger berücksichtigt werden. Architekten sind in der Regel stärker an Neubauten beteiligt, während Bauunternehmer häufiger auch Sanierungsprojekte durchführen, bei denen nachhaltige Optionen im Allgemeinen weniger verbreitet oder anwendbar sind als bei Neubauten.

Die Lage im Neubau-Segment beeinflusst die Akzeptanzrate nachhaltiger Bauweisen

Dieser Gedankengang bietet einen Ausblick auf die Umsetzung von Nachhaltigkeit. Der Druck auf den Neubau-Sektor, beispielsweise aufgrund höherer Material- und Arbeitskosten oder aufgrund höherer Zinssätze, könnte die Akzeptanz nachhaltiger Bauweisen bei Projekten sowohl von Bauunternehmern als auch von Architekten erheblich beeinträchtigen. Höhere Kosten lassen Investoren zögern, und in vielen Fällen erfordern höhere Nachhaltigkeitsstandards auch höhere Investitionen.

Einen umfassenden Überblick über den Einfluss und die Umsetzung nachhaltiger Bauweisen in Projekten von Bauunternehmen aus acht europäischen Ländern finden Sie im „Contractor Monitor“ von USP Marketing Consultancy.